Sun, 22 Mar 2020 12:46:21 +0100 last edited: Fri, 27 Mar 2020 22:00:13 +0100  
Ich bin seit vielen Jahren weg von FB und Konsorten. Bewege mich seitdem ausschließlich in den so genannten dezentralen Netzwerken und hab auf diesem Wege so ziemlich alles getestet oder auch länger genutzt was sich die tüchtigen Entwickler so ausdenken. Etliche Projekte sind gestorben, sehr viele neue dazugekommen.
Meine Vorstellung war und ist: ich möchte selbst in der Lage sein, meinen eigenen Hub/Knoten/Pod/bla zu installieren und zu pflegen. Und ich bin wahrlich kein Computer Nerd, sondern einfach nur ein neugieriger Anwender der auch mal gerne experimentiert.
Einen wirklich eigenen Server zu betreiben (und vor allem in allen Belangen aktuell und sicher zu halten), das bekomm ich nicht hin, dazu fehlt mir neben dem notwendigen Wissen oft einfach die Zeit.
Also bin ich bei der Suche nach einem Shared-Host Betreiber schon früh bei einem (aus meiner Sicht) vertrauensvollen und sympathischen Hoster gelandet, der es einem wirklich leicht macht seinen eigenen Kram in einer enorm umfangreichen und flexiblen Umgebung zu installieren.
Angefangen hatte alles im "Diaspora-Boom", natürlich hatte ich schnell einen Account auf einem der großen Pods, begriff aber auch sehr schnell dass es ja Quatsch ist auf einem großen Pod zu sein. Viele kleine Pods wären der richtige Weg.
Dort bin ich in diversen Beiträgen über Friendica gestolpert und hab es schließlich geschafft (trotz damals mangelnder Doku) meinen ersten Knoten zu installieren. Nur für mich alleine. Klasse! Das Vernetzen war zuerst mühsam, niemand kannte Friendica. Aus meinem persönlichen Umfeld ist nach wie vor niemand dabei. Über die Jahre hat sich allerdings eine andere Art der Freundschaft zu vielen Menschen rund um den Globus aufgebaut, die ich nicht mehr missen möchte.
Bei Friendica bin ich also immer noch, zusätzlich betreibe ich nach wie vor einen öffentlichen Demoserver. Ehrlich gesagt hänge ich etwas an Friendica, das war immerhin der "Türöffner" in eine andere Online-Welt. Und es ist aktuell der Kanal der mir die Verbindung zu den (wenigen) Diaspora Kontakten ermöglicht.
Danach wurde immer wieder mal was getestet, aber interessant wurde es erst wieder mit Redmatrix, das mittlerweile zum beliebten Hubzilla geworden ist.
Danach kam Zap, das ich mittlerweile sehr liebe.
Alles andere wurde wieder gelöscht, zumal ich 99% davon nicht selber betreiben kann.
Hubzilla ist (neben eigener Nextcloud) mein "Büro" für Kalender und Kommunikation, Blog und Notizbuch.
Zap ist mittlerweile mein schneller Kommunikationskanal Nummer 1, weil solide, sehr aufgeräumt, gut vernetzbar und für einen Hubzillianer intuitiv verständlich. Aber auch weil der Entwickler ein guter Typ und irgendwie ein echter Visionär ist.
Ja, manchmal nervt es auf mehreren Plattformen parallel unterwegs zu sein, aber andererseits ist es auch sehr erfrischend, weil jeder Kanal seinen eigenen "Charakter" entwickelt.

tl;dr
Was ist sagen möchte: ein Online-Leben ohne FB&Co. ist absolut möglich, aber man muss herausfinden welcher Kanal der beste für die eigenen Belange ist. Und jeder sollte neugierig bleiben. Andere Kanäle kategorisch abzulehnen führt nicht zu einem besseren dezentralen Netzwerk, konstruktive und sinnvolle Beiträge aber sehr wohl. Und je mehr Diversität, desto besser.